Online Marketing News November 2026: Spam Update, Google Ads & KI
Autor: Alex Rodionov
Search Console: Filtern nach mehreren Ländern gleichzeitig
Google hat am 6. Oktober den Länderfilter im Leistungsbericht der Search Console erweitert. Man kann jetzt mehrere Länder anhaken und sieht die zusammengefassten Daten in einer Ansicht. Vorher ging nur ein Land oder ein Vergleich von zwei Ländern.
Eine Kleinigkeit, die im Alltag Zeit spart. Wer mehrere Märkte betreut, musste bisher exportieren und die Zahlen selbst zusammenrechnen. Das fällt weg.
Kommt ein großes Google Spam Update gegen KI-Inhalte?
Das September 2026 Spam Update lief vom 24. September bis zum 8. Oktober und war damit das längste Spam Update des Jahres. Google hat nicht gesagt, dass es gegen KI-Inhalte gerichtet war. Trotzdem erwarten bekannte Beobachter wie Glenn Gabe und Lily Ray bald ein größeres Update. Lily Ray rechnet damit, dass Google gegen skalierte KI-Inhalte, erfundene Autorenprofile und bezahlte Listicle-Platzierungen vorgeht. Also gegen alles, womit man KI-Antworten beeinflussen will. Seit Mai gehört genau das auch offiziell zu den Spam-Richtlinien.
Ich würde das nicht auf „KI-Inhalte“ verkürzen. Gemeint ist Content in Masse ohne Mehrwert. Wer KI als Werkzeug nutzt und redaktionell sauber arbeitet, hat wenig zu befürchten. Wer 500 Ortsseiten per Knopfdruck erzeugt hat, sollte nervös werden.
Mehr manuelle Maßnahmen von Google
Seit einigen Wochen häufen sich die Berichte über manuelle Maßnahmen. Marie Haynes schreibt, sie bekomme plötzlich mehrere Anfragen pro Woche dazu, vorher fast keine. Es geht um dünne Inhalte, reinen Spam und skalierten Content. Auffällig: Viele der betroffenen Seiten sind seriöse, langjährige Unternehmen.
Google hat das nicht bestätigt, das sind bisher Beobachtungen aus der SEO-Szene. Es passt aber zum Bild: KI Content Scaling, Spam Update, mehr Penalties. Ein Blick in die Search Console unter „Manuelle Maßnahmen“ kostet nichts. Ein algorithmischer Einbruch taucht dort allerdings nicht auf, nur echte manuelle Maßnahmen.
Google Local Panel bekommt einen WhatsApp-Button
Im lokalen Panel in der Google Suche taucht teilweise ein WhatsApp-Button neben Anruf, Route und Website auf, zum Teil anstelle des Chats. Entdeckt hat das Sachin Patel, Barry Schwartz konnte es nachstellen. Ein vollständiger Rollout ist also möglich, bestätigt ist er nicht.
Für lokale Unternehmen ist das ein guter Kanal, weil die Hürde für den Kunden niedrig ist. Wichtig: WhatsApp muss im Unternehmensprofil als Chat-Option eingerichtet sein, und es muss jemand schnell antworten. Ein Button, hinter dem tagelang nichts passiert, schadet mehr als er nützt.
Conversion Lift jetzt auch ohne Google Support testbar
Conversion Lift misst, wie viele Conversions wirklich durch die Anzeigen entstanden sind und nicht sowieso passiert wären. Für Search und Performance Max brauchte man dafür bisher einen Google-Ansprechpartner. Jetzt lässt sich die Studie unter bestimmten Bedingungen selbst aufsetzen: mindestens 1.000 beobachtete Conversions, mindestens 5.000 US-Dollar Budget für die Studienkampagne und mindestens eine kompatible Conversion-Aktion.
Eine Einschränkung: Googles Hilfeseite sagt weiterhin, dass Conversion Lift nicht für alle Konten verfügbar ist. Das Wort „self-serve“ stammt aus der Fachpresse. Für Konten mit Budget ist das spannend, für kleine Konten irrelevant. Und eine Studie bleibt ein Datenpunkt, kein Urteil. Google verkauft die Anzeigen und führt den Test auch selbst durch.
Google sagt: Überprüft euren KI-Content
Google hat am 1. Oktober die Richtlinie zu generativer KI angepasst. Dort steht jetzt, dass es kritisch ist, alle KI-generierten Inhalte vor der Veröffentlichung manuell auf Richtigkeit zu prüfen. Die Prüfung gilt ausdrücklich auch für Titel, Meta Descriptions, strukturierte Daten und Alt-Texte.
Das sage ich ja immer. KI-Texte klingen gut und sind trotzdem oft falsch, aus meiner Sicht deutlich öfter, als viele denken. Ein Sprachmodell sagt Wörter voraus, es schlägt keine Fakten nach. Wer KI-Content ungeprüft veröffentlicht, riskiert nicht nur Rankings, sondern auch das Vertrauen der Kunden.
Tracking-Tools und Crawler haben wieder Probleme
Rank Tracker und SERP-Tools liefern seit Wochen unzuverlässige Daten. Google blockt Scraper offenbar erfolgreicher als früher, seit etwa Mitte September. Lily Ray schreibt, Rank Tracker seien aktuell zu unzuverlässig, um daraus Schlüsse zu ziehen. Andere SEOs berichten von Rankings, die nicht zur echten SERP passen.
Mein Rat: Wichtige Keywords bei Auffälligkeiten im Inkognito-Fenster gegenprüfen, bevor man wegen eines Tool-Alerts in Panik gerät. Und die Search Console als Referenz nehmen, sie ist die einzige Quelle direkt von Google.
Google liefert offenbar falsche Daten an Scraper
Zu den kaputten Rank Trackern gibt es eine mögliche Erklärung. Eine Analyse von Nozzle zeigt, dass Google abweichende Suchergebnisse an Rank Tracker und KI-Firmen ausspielt. Diese Ergebnisse tauchten ab dem 20. September auf, zeitweise bei bis zu einem Viertel der Abfragen, seit Anfang Oktober täglich bei 5 bis 11 Prozent. Auch AdExchanger greift das Thema auf. Ahrefs bestätigt ähnliche Effekte und filtert solche Ergebnisse inzwischen heraus.
Normale Nutzer sehen vermutlich die korrekten Ergebnisse, betroffen sind Scraper. Eine offizielle Bestätigung von Google habe ich nicht gefunden. Das Ziel lässt sich so lesen: Tools, die sich an Googles Ergebnissen bedienen, sollen auf falschen Daten aufbauen und im Zweifel falsche Antworten ausgeben. Aus Googles Sicht nachvollziehbar. Für alle, die Rankings oder Zitate in KI-Antworten über Drittanbieter messen, heißt das: den Zahlen weniger blind vertrauen.
Text Overlays für Videos in Demand Gen automatisch aktiviert
In Demand Gen gibt es eine neue Einstellung „Overlay on videos“ unter der Asset-Optimierung. Google nimmt Texte aus euren Text-Assets und blendet sie als Overlay über das Video ein. Die Einstellung scheint standardmäßig aktiv zu sein. Wer das nicht will, entfernt den Haken bei „Overlay on videos“ oder wählt „Disable all“.
Ich empfehle diese automatischen Overlays nicht. Sie können wichtige Bildelemente verdecken, bestehende Designs stören oder Aussagen einblenden, die nicht zum Video passen. In den allermeisten Fällen ist ein Overlay, das ich selbst gestaltet habe, besser als eines, das Google zusammensetzt. Bestehende Demand-Gen-Kampagnen deshalb einmal prüfen.
Channel Prioritization und Budget Allocation kommen zu Google Ads
Google hat am 14. Oktober zwei neue Steuerungsmöglichkeiten angekündigt. Mit Channel Prioritization und Budget Allocation lässt sich pro Kanal festlegen, wie wichtig er ist. Für einen Kanal mit niedriger Priorität kann man zusätzlich einen Prozentsatz des durchschnittlichen Tagesbudgets als Obergrenze setzen, auch 0 Prozent. Das gilt für Search, Shopping, Performance Max und Demand Gen, der Rollout läuft schrittweise.
Das ist ein echter Hebel, um zum Beispiel Display oder Partnernetzwerke in Performance Max zu bremsen. Aber Vorsicht: Google nennt es „best effort“, die Grenze kann gelegentlich überschritten werden. YouTube und Search lassen sich in Performance Max weiterhin nicht sauber trennen. Wichtig für alle mit Display Expansion in Search-Kampagnen: Laut Google Ads Hilfe werden diese Kampagnen ab Februar 2027 automatisch auf das neue Modell umgestellt.
Bindestrich oder Unterstrich in URLs? Google sagt: Bindestrich
Google hat seine Dokumentation zur URL-Struktur präzisiert. Empfohlen werden Bindestriche statt Unterstriche, um Wörter zu trennen, weil das Nutzern und Suchmaschinen hilft, Begriffe in der URL zu erkennen. Passend dazu sagte Google in einer neuen Videoserie, dass Keywords in der URL ein sehr kleines Signal sind.
Also: Bei neuen URLs Bindestriche nehmen, ohne darüber nachzudenken. Bestehende URLs mit Unterstrichen würde ich deshalb nicht umbenennen. Der Aufwand mit Weiterleitungen und das Risiko stehen in keinem Verhältnis zu einem so kleinen Signal.
KI-Übersetzer kommt zu Google Ads
Google Ads hat ein Übersetzungstool bekommen, zu finden unter Tools > Translation. Es kopiert eine Search-Kampagne und übersetzt Anzeigentexte, Keywords, Bilder und Landingpages. Bei Bildern entfernt die KI den Text und fügt die Übersetzung als zusätzliche Text-Assets hinzu. Für Landingpages lädt man die URLs manuell hoch oder installiert ein JavaScript-Snippet, das die Seite dynamisch übersetzt. Das Tool ist noch in der Beta. Laut Dr. Web lassen sich aktuell nur Kampagnen lokalisieren, die komplett auf US-Englisch vorliegen.
Für schnelle Tests in neuen Märkten kann das nützlich sein. Eine Übersetzung ersetzt aber keine Keyword-Recherche im Zielmarkt. Keywords werden nicht einfach wörtlich gesucht, und eine maschinell übersetzte Anzeige klingt schnell nach maschineller Übersetzung. Als Startpunkt ja, als fertige Kampagne nein.
Neue Funktion bei Ahrefs: AI Discoverability
Ahrefs hat im Site Audit eine neue Kategorie eingeführt: AI Discoverability. Sie prüft, ob KI-Crawler wie die von ChatGPT und Claude eure Seiten erreichen, lesen und zitieren können. Der angekündigte AI Discoverability Score als Widget, ein eigener Bericht und weitere Funktionen sollen erst noch folgen.
Als technischer Check ist das sinnvoll, zum Beispiel um zu sehen, ob man KI-Bots versehentlich aussperrt. Aber Zugang ist nicht dasselbe wie Zitierung. Eine perfekt erreichbare Seite taucht in KI-Antworten trotzdem nicht auf, wenn Inhalt, Autorität und Erwähnungen fehlen. Ein Score sagt, ob die Tür offen ist, nicht, ob jemand hindurchgeht.
Google Business Home kommt wieder
Google hat am 22. Oktober Business Home vorgestellt, eine neue Startseite für Unternehmensprofile. Sie bündelt Unternehmensprofil, Merchant Center, YouTube und Google Ads an einem Ort, gebaut mit Gemini. Dazu gehören KI-gestützte Inhalte, Bewertungsverwaltung, Wachstumsempfehlungen und KI-Messaging über RCS.
Interessant für lokale Geschäfte, aber nicht für uns, noch nicht. Es ist eine geschlossene Beta, nur für ausgewählte Kategorien in den USA und in Großbritannien, per E-Mail-Einladung. Voraussetzung ist ein verifiziertes Profil mit weniger als 10 Standorten. Ein Termin für Deutschland ist nicht bekannt.
80 Prozent der Suchen enthalten jetzt Übersichten mit KI
Laut Daten von Semrush, SE Ranking und seoClarity zeigt Google bei über 80 Prozent der Suchen eine Übersicht mit KI. Vor einem Jahr waren es etwa 50 Prozent, davor rund 15 Prozent. SE Ranking nennt für Markensuchen in den USA 82,5 Prozent. Schon vor einem Monat war aufgefallen, dass Google solche Übersichten sogar bei falschen oder erfundenen Suchanfragen anzeigt.
Die Strategie dahinter ist klar: Google will auf alles eine Antwort haben. Was das für Deutschland genau bedeutet, geben diese Zahlen nicht her, die Richtung ist aber eindeutig. Für informelle Suchanfragen bleibt der Klick die Ausnahme. Umso wichtiger sind Suchanfragen mit Kaufabsicht, Marke und lokaler Bezug.
Smart Bidding Exploration kommt zu Performance Max
Für Performance Max ohne Produktfeed gibt es Smart Bidding Exploration seit Mitte Juni. Jetzt hat Google eine Hilfeseite veröffentlicht, die das Feature für Search, Performance Max und Shopping gemeinsam beschreibt. Bei Ziel-ROAS darf Google damit einen Wert zwischen 5 und 30 Prozent unter dem Ziel akzeptieren, um auf Suchanfragen zu bieten, bei denen die Kampagne bisher zu kurz kam. Bei Shopping und Performance Max muss dafür eine Gebotsstrategie auf Kampagnenebene genutzt werden, keine Portfolio-Strategie.
Google nennt für Search im Schnitt 27 Prozent mehr konvertierende Nutzer. Das sind Googles eigene Zahlen. Mehr Conversions mit schlechterem ROAS sind nicht automatisch besser, das hängt von der Marge ab. Ich würde es nur gezielt testen, mit einem klaren Vergleich, und nicht einfach überall anschalten.
Googles Gewinn sinkt, der Umsatz steigt
Alphabet hat am 28. Oktober die Zahlen für das dritte Quartal veröffentlicht. Der Umsatz lag bei 127,6 Milliarden Dollar, ein Plus von 25 Prozent. Das Betriebsergebnis stieg um 30 Prozent auf 40,6 Milliarden. Google Search und andere Dienste wuchsen um 12 Prozent auf 63,4 Milliarden, Google Cloud hat sich auf 30,7 Milliarden mehr als verdoppelt. Der Nettogewinn sank dagegen von 35,0 auf 26,2 Milliarden Dollar, vor allem wegen eines Verlusts von 8,7 Milliarden auf Beteiligungen.
Der Gewinn sinkt also nicht, weil das Geschäft schlechter läuft, sondern wegen einer Bewertung von Finanzbeteiligungen. Wichtig für uns: Das Wachstum bei Search ist da, und Google sagt, die Zahl der Suchanfragen wächst so schnell wie seit fünf Jahren nicht. Gleichzeitig gab die Aktie nach der Veröffentlichung nach, weil die
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